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Tangerhütte kämpft gegen Millionen-Defizit

Bis 2033 sollen Steuererhöhungen und Effizienzmaßnahmen den Haushalt stabilisieren

Die Einheitsgemeinde Tangerhütte steht vor einer bedeutenden Finanzwende: In einer zweiten Haushaltsklausur am 17. Februar wurden die Weichen für eine finanziell nachhaltige Zukunft bis 2033 gestellt. Hintergrund sind strukturelle Defizite, die die Stadt in den kommenden Jahren zu weitreichenden Konsolidierungsmaßnahmen zwingen.

Finanzielle Ausgangslage und Herausforderungen

Eine Prognose der Stadtverwaltung weist für das Jahr 2026 einen strukturellen Fehlbetrag von bis zu 2,24 Millionen Euro aus, der sich in den Folgejahren fortsetzen könnte. Trotz steigender Steuereinnahmen – diese sollen Medienberichten zufolge bis 2029 auf über 10 Millionen Euro anwachsen – sieht sich Tangerhütte mit erheblichen externen Belastungen konfrontiert.

Kathleen Altmann, Kämmerin der Stadt, erläuterte, dass ein drastischer Rückgang der Schlüsselzuweisungen vom Land sowie eine ansteigende Kreisumlage die Einnahmenentwicklung mehr als aufzehren. Die Zuweisungen sinken laut Prognose von 3,43 Millionen Euro im Jahr 2024 auf voraussichtlich 2 Millionen Euro im Jahr 2025. Gleichzeitig wächst die Kreisumlage bis auf 5,94 Millionen Euro.

Zusätzlich drücken hohe Fixkosten – allen voran Personalaufwendungen in Höhe von mehr als 10 Millionen Euro jährlich – das Haushaltsergebnis. Diese Belastungen gefährden die Investitionsfähigkeit der Stadt und machen die Erstellung eines verbindlichen Konsolidierungskonzepts unumgänglich.

Strategische Maßnahmen für den Haushaltsausgleich

Im Rahmen der Klausur wurden drei zentrale Handlungsfelder identifiziert, um die finanzielle Lage der Stadt zu stabilisieren:

  • Anpassung von Steuern, Gebühren und Entgelten: Friedhofsgebühren, Kita-Beiträge sowie Nutzungsentgelte für Sportstätten und Freibäder sollen überprüft und – wo möglich und sozial vertretbar – angepasst werden. Ziel ist eine annähernde Kostendeckung und Entlastung des Haushalts.

  • Effizienzmaßnahmen in allen Bereichen: Neben einer kritischen Überprüfung der Personalkosten sollen auch Sach- und Dienstleistungen optimiert werden. Investitionen in intelligente Heizsysteme und effiziente Straßenbeleuchtung aus dem Sondervermögen versprechen deutliche Einsparungen.

  • Strategischer Einsatz des Sondervermögens: Das bestehende Sondervermögen soll gezielt zur Haushaltsentlastung, Sicherung der Daseinsvorsorge und Steigerung der Effizienz genutzt werden.

    Ausblick und weitere Schritte

    Bereits die erste Sichtung der geplanten Konsolidierungsmaßnahmen und weiterer Potenziale aus dem Sondervermögen zeigt: Es besteht eine reale Chance, den Fehlbetrag über die kommenden Jahre substanziell zu verringern. In den nächsten Wochen und Monaten wird die Verwaltung die Ausarbeitung und Abstimmung weiterer rund 70 Maßnahmen intensiv vorantreiben. Ein wichtiger Termin ist hierbei der Redaktionsschluss am 25. März 2026. Weitere Abstimmungen werden in den zuständigen Gremien im April folgen.

    Bürgermeister Andreas Brohm betonte abschließend, dass die zweite Haushaltsklausur nicht nur die großen Herausforderungen verdeutlicht hat, sondern auch konkrete Lösungswege aufzeigt. „Es gibt keine einfachen Lösungen. Der Weg zu einem nachhaltigen Haushalt erfordert harte Entscheidungen und die Unterstützung aller. Unser Ziel ist es, die finanzielle Stabilität der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte langfristig zu sichern und die Handlungsfähigkeit nach Jahren wieder gesetzeskonform herzustellen.“

    Kontakt für Rückfragen

    Tangerhütte geht damit einen entschlossenen Schritt in Richtung eines langfristig stabilen Finanzhaushalts. Die politische und gesellschaftliche Diskussion über die geplanten Maßnahmen dürfte in den kommenden Monaten intensiv weitergeführt werden.

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