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Tangerhütte plant nachhaltige Wärmezukunft

Informationsveranstaltung am 15. Mai diskutiert Strategie, Technologien und Bürgerbeteiligung für die lokale Wärmeversorgung bis 2045

Die Stadt Tangerhütte lädt am 15. Mai zur Infoveranstaltung im Kulturhaus ein, um gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern über die kommunale Wärmeplanung (kWP) zu sprechen. Ziel der Veranstaltung ist es, das zentrale Thema der zukünftigen Wärmeversorgung zu beleuchten und die Bevölkerung aktiv in die strategische Entwicklung einzubeziehen. Die kWP versteht sich als strategisches Instrument, das Gemeinden ermöglicht, den Weg zu einer nachhaltigen, klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2045 zu gestalten.

Schwerpunkte der Veranstaltung

  • Heizmethoden: Wie heizen wir aktuell—und wie möchten wir künftig heizen?
  • Möglichkeiten und Optionen: Anschluss ans Wärmenetz oder Bau eines eigenen Dorfnetzes?
  • Wärmepumpen und alternative Technologien zur Deckung des Wärmebedarfs
  • Zukunftsfragen zu Heizmethoden, Kosten und Versorgungssicherheit
  • Die Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr. Dort werden relevante Ergebnisse aus Bestands- und Potenzialanalysen präsentiert und diskutiert. Im Mittelpunkt steht ein Austausch zwischen Bürgern, den zuständigen Gremien sowie wichtigen Akteuren aus der Region, darunter Betreiber von Biogas-, Solar- und Windanlagen, Netzbetreiber und große Verbraucher.

    Zitat des Bürgermeisters

    Bürgermeister Andreas Brohm sagt: „Es waren intensive, konstruktive Gespräche. Das ausdauernde Interesse aller Beteiligten hat mich beeindruckt. Es konnten Impulse für weitere Überlegungen gesetzt werden.“

    Strategischer Rahmen statt Sofortmaßnahmen

    Die kommunale Wärmeplanung liefert einen strategischen Orientierungsrahmen und ist kein konkretes Maßnahmenpaket. Laut Mitteilung ergeben sich aktuell keine unmittelbaren Verpflichtungen für die Bürgerinnen und Bürger. Die Kommune setzt auf Abstimmung mit der Bevölkerung sowie auf Transparenz bei Planung und Umsetzung.

    Aktuelle Herausforderungen im Wärmesektor

    Der Wärmesektor trägt maßgeblich zu den energiebedingten Emissionen bei. In Tangerhütte stammen etwa 63 % der derzeitigen Wärmeversorgung aus Erdgas. Die gesamte Kommune verursacht dabei einen Bedarf von rund 136 GWh pro Jahr, was circa 33.800 Tonnen CO₂-Emissionen entspricht. Ein Großteil der rund 4.267 wärmeversorgten Gebäude ist noch nicht oder nur teilweise energetisch saniert—besonders Gebäude aus den Jahren 1950 bis 1989 bieten Potenzial für Verbesserungen.

    Langfristige Ziele bis 2035 und 2045

    • Reduktion des Wärmebedarfs um etwa 40 % (rund 55 GWh)
    • Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien
    • Bis zu 25 % der Gebäude könnten an ein Wärmenetz angeschlossen werden
    • Schrittweiser Rückgang fossiler Brennstoffe wie Erdgas und Öl
    • Fragen aus der Praxis

      • Wie weit liegen potenzielle Abnehmer voneinander entfernt?
      • Welche Kosten entstehen bei einer Umstellung der Heizsysteme?
      • Diese und weitere Fragestellungen werden ebenfalls auf der Veranstaltung thematisiert.

        Wegbereiter einer nachhaltigen Wärmepolitik

        Tangerhütte ist eine der ersten Kommunen der Altmark, die die Wärmeplanung vorzeitig aufgenommen hat—bereits vor dem Inkrafttreten des Landesgesetzes Sachsen-Anhalt. Die Kommune konnte von einer vollständigen Förderung durch die Kommunalrichtlinie profitieren. Impulse kamen auch aus lokalen Projekten wie dem Energiedorf Schernebeck, das bereits erfolgreich auf erneuerbare Energiequellen setzt.

        Der Austausch mit Energieversorgern, Schornsteinfegern, Wohnungsunternehmen und weiteren Akteuren ist fortlaufend. Ziel ist es, die lokale Wertschöpfung zu stärken und Lösungen zugunsten der Bürgerinnen und Bürger herauszuarbeiten.

        Bedeutung für die Energiewende

        Die Transformation des Wärmesektors ist entscheidend für das Erreichen der Treibhausgasneutralität bis 2045. Aktuell stammt rund die Hälfte des deutschen Endenergieverbrauchs aus dem Bereich Wärme, nach wie vor überwiegend auf Basis fossiler Quellen. Für die Wärmewende werden erhebliche Investitionen in moderne Anlagen, Infrastruktur und in die Reduktion des Wärmebedarfs benötigt.

        Die Umsetzung erfolgt vor Ort, individuell für jede Gemeinde. Die strategische Steuerung wird in Tangerhütte durch die kommunale Wärmeplanung gewährleistet.

        Ausblick: Gemeinsam in die Zukunft

        In den kommenden Wochen setzt die Einheitsgemeinde den Austausch mit wichtigen Akteuren fort. Die Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich mit eigenen Vorschlägen einzubringen. Tangerhütte zeigt damit, dass nachhaltige Energiepolitik schon heute gelebt wird und nicht erst morgen beginnt.

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