Emerslebener Storchenkinder besuchen erstmals das Städtische Museum

Emerslebener „Storchenkinder“ besuchten das Städtische Museum Halberstadt: Fürstengräber-Funde erstmals exklusiv im Foyer, inklusive Kita-Kunst im Rathaus.

Von Redaktion Halberstadt2 Min. Lesezeit
Mehrere Kinder sind vor einer Vitrine und Ausstellungsobjekten in einem Rathausraum zu sehen.

Foto: Stadt Halberstadt

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Museumspremiere für Emerslebener „Storchenkinder“

Für die Mädchen und Jungen der Kita Emerslebener „Storchenkinder“ stand jüngst ein besonderer Ausflug an. Um 8:30 Uhr ging es mit dem Kleinbus nach Halberstadt zu ihrem ersten Besuch im Städtischen Museum. Dort sahen sie archäologische Schätze aus ihrer Heimat Emersleben, das heute ein Ortsteil von Halberstadt ist.

Im Mittelpunkt standen Funde aus zwei sogenannten Fürstengräbern, die vor 85 Jahren in einer Tonabbaugrube entdeckt worden waren. Die reich ausgestatteten Grablegen von zwei Männern aus der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts nach Christus zählen zu den bedeutendsten Beständen der mehr als 300.000 Objekte umfassenden archäologischen Sammlung des Museums. Erstmals bekam die Öffentlichkeit nun die Gelegenheit, einige der Originalfunde, darunter ein goldener Arm- und ein Fingerring, eine Woche lang exklusiv im Foyer des Museums aus nächster Nähe zu betrachten.

Auftakt für weitere Forschung

Anlass für die kleine Sonderausstellung war die archäologische Fachtagung „Reich und Schön? Die Fürstengräber der jüngeren Römischen Kaiserzeit aus Emersleben“, die vom 28. und 29. August 2026 stattfand. Sie brachte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus ganz Deutschland und Polen in Halberstadt zusammen und bildete den Auftakt zur Neuerforschung der beiden Fürstengrablegen.

Nach Angaben der Mitteilung soll das Projekt auch dazu beitragen, Menschen vor Ort für die archäologischen und kulturellen Schätze der Region zu begeistern. Die Vermittlungsarbeit begann dafür bei den Kleinsten in der ortsansässigen Kindertagesstätte. Bereits vor dem Museumsbesuch hatten sich die Kinder in mehreren Projekttagen spielerisch mit ihrem kulturellen Erbe beschäftigt. In der Sandkiste warteten archäologische Fundtüten, darin unter anderem Golddraht zum Basteln eines eigenen Fürstenarmbandes.

Auch eine Spendenbox entstand im Verlauf des Projekts. Jedes Kind wählte eine Beigabe aus den Fürstengräbern aus und gestaltete sie mit Goldfolie nach. Die kleinen Kunstwerke wurden auf einer eigens angefertigten Kassette präsentiert, die auf einem schwarzen Samtpodest neben der Fundvitrine stand. Das gesammelte Geld soll zur Restaurierung der archäologischen Objekte dienen.

Besuch im Rathaus und Blick in die Ausstellung

Im Städtischen Museum nahm sich Museumsdirektorin Dr. Antje J. Gornig persönlich Zeit, um die Kinder durch die Ausstellungsräume zu führen. Anschließend ging es ins Rathaus zur Besichtigung ihrer eigenen Kita-Kunst-Ausstellung. Dort zeigten die Mädchen und Jungen auch individuelle Bildnisse der beiden Männer in Tracht, gestaltet in bunten Farben und mit Beigaben aus Gold-, Silber- und Bronzefolie.

Zum Abschluss der Zeitreise gab es ein Belohnungseis vor dem Rathaus mit Blick auf den Roland. Die Ausstellung im Heineanum, in der die Kinder auch den Plateosaurus bewunderten, wird dort wieder erst im Herbst 2027 für Besucher geöffnet sein.

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