80 Jahre nach dem Luftangriff: Gedenkfeier in Stendal
Dom St. Nikolaus erinnert an die Opfer von 1945 – Zum Jahrestag rufen Pfarrer und Bürgermeister zu Versöhnung auf

Am 8. April 2025 erinnerte die Evangelische Stadtgemeinde gemeinsam mit der Hansestadt Stendal im Dom St. Nikolaus an den verheerenden Luftangriff auf Stendal vor 80 Jahren. Der Angriff, der einen Monat vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges stattfand, forderte bis zu 200 Menschenleben und führte zur Zerstörung von Teilen des Doms sowie zahlreicher Wohnhäuser.
Gedenkstunde im Dom St. Nikolaus
Die diesjährige Gedenkfeier war eine besinnliche und bewegende Veranstaltung. Dompfarrer Markus Schütte und Oberbürgermeister Bastian Sieler erinnerten an die Opfer des Krieges und riefen zur Versöhnung und zum Frieden auf. Während der Gedenkstunde wurden die Namen von 54 Opfern des Luftangriffs verlesen. Für diejenigen, deren Namen unbekannt blieben, entzündeten Konfirmanden eine symbolische Kerze, um auch ihrer zu gedenken.
Historische Einordnung des Luftangriffs
Der Luftangriff vom 8. April 1945 markierte einen der dunkelsten Tage in der Geschichte Stendals. Einen Monat vor dem offiziellen Ende des Krieges verloren viele Menschen ihr Leben, und das Stadtbild wurde nachhaltig geprägt. Die historischen Zusammenhänge und Einzelheiten des Angriffs wurden von Dr. Reinhard Creutzburg erschlossen und eingeordnet. Durch die Auswertung von Kirchenbüchern und Zeitzeugnissen aus dem Stadtarchiv konnte Dr. Creutzburg einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur leisten. Sein Engagement und seine akribische Arbeit wurden im Rahmen der Gedenkstunde besonders gewürdigt.
Augenzeugenberichte und musikalische Umrahmung
Matthias Hinz vom Theater der Altmark las während der Veranstaltung eindrucksvolle Augenzeugenberichte, die von Stendaler Bürgerinnen und Bürgern verfasst worden waren. Diese Berichte verliehen der Gedenkstunde eine persönliche und emotionale Note und machten das Leid und die Verluste jener Tage greifbar.
Für eine stimmungsvolle musikalische Umrahmung sorgte Oliver Gascoigne. Mit Werken von Johann Sebastian Bach und Antonio Vivaldi am Violoncello schuf er einen würdigen Rahmen und unterstützte die Atmosphäre des Innehaltens und Erinnerns.
Bedeutung für die Gegenwart
Die Gedenkstunde verdeutlichte, wie wichtig das Erinnern an die Opfer des Krieges und die Mahnung zu Frieden und Versöhnung auch heute noch sind. Das bewusste Gedenken dient nicht nur der Ehrung der Verstorbenen, sondern auch der Verpflichtung der Gegenwart und Zukunft, sich für ein friedliches Miteinander einzusetzen.
Danksagung und Ausblick
Ein besonderer Dank wurde Dr. Reinhard Creutzburg ausgesprochen, der mit seiner historischen Aufarbeitung maßgeblich zur Gestaltung und Tiefe der Gedenkfeier beitrug. Die Veranstaltung im Dom St. Nikolaus unterstrich die nachhaltige Bedeutung kollektiver Erinnerung für die Stadtgesellschaft und gab ein Zeichen für die Überwindung von Krieg und Gewalt durch gemeinsames Gedenken und Versöhnung.
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