Erinnerung an Anne Frank in Stendal
Musikalisch-literarische Gedenkveranstaltung an Opfer des Nationalsozialismus stärkt demokratische Bildung
Am 27. Januar, dem deutschlandweiten Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, wurde auch in Stendal ein eindrucksvolles Zeichen des Erinnerns gesetzt. Die Comenius-Ganztagssekundarschule gestaltete ein vielfältiges Programm, das sowohl Schüler*innen, Lehrkräfte als auch Gäste zum Innehalten und Nachdenken einlud.
Musikalisch begleitete Lesungen zum Erinnern
Im Zentrum des Gedenkens standen drei musikalisch begleitete Lesungen, die zu verschiedenen Zeiten an der Schule durchgeführt wurden. Nach einleitenden Worten von Axel Kleefeldt, dem stellvertretenden Oberbürgermeister der Hansestadt Stendal, und Schulleiterin Jessika Hellge übernahmen die Schauspielerin Friederike Becht und der Pianist Reinhard Seehafer das Programm.
Besonders bewegend war das Vorlesen aus dem Tagebuch der Anne Frank, einem Symbol für das Leid und die Hoffnung jüdischer Familien im Nationalsozialismus. Becht und Seehafer gelang es, eine dichte, emotionale Atmosphäre zu schaffen, die das Publikum tief berührte.
Das Tagebuch der Anne Frank als Lernanstoß
Das weltweit bekannte Tagebuch der Anne Frank spielt eine zentrale Rolle in der schulischen Auseinandersetzung mit dem Holocaust. In vielen Lehrplänen ist es fest verankert, um jungen Menschen das Schicksal jüdischer Familien und die Schrecken der Verfolgung auf persönliche Weise näherzubringen. Auch in der Comenius-Schule trug der Text dazu bei, Verständnis und Empathie zu fördern.
Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war das Modell des Hauses, in dem sich die Familien Frank und van Pels im besetzten Amsterdam versteckt hielten. Dieses Modell half, die beengten Lebensverhältnisse und die fehlende Privatsphäre anschaulich zu machen. Ergänzend berichtete Axel Kleefeldt von seinen eigenen Eindrücken bei der Besichtigung des Originals in Amsterdam und regte damit eine vertiefte Auseinandersetzung unter den Schüler*innen an.
Vernetzung von Akteuren für das Erinnern
Die Lesungen waren Teil des Projekts „Denken ohne Geländer“ und wurden unterstützt durch verschiedene Institutionen: Demokratie Leben, die Altmarkfestspiele, die Ganztagssekundarschule Stendal und die Hansestadt Stendal. Die Zusammenarbeit setzte ein sichtbares Zeichen für gemeinsames Erinnern und gegen das Vergessen.
Bedeutung von Erinnerungskultur in Schulen
Die Veranstaltung unterstreicht, wie wichtig eine lebendige Erinnerungskultur bereits im schulischen Alltag ist. Sie schafft Raum für Fragen, Austausch und Empathie und leistet so einen Beitrag zur demokratischen Bildung der nächsten Generation.
Bildergalerie zur Veranstaltunghttps://rs.stendal.de/?c=11068&k=6bfc8a2bb4
Weitere Kontaktinformationen waren in der Pressemitteilung nicht angegeben. Die Schule bittet um entsprechende Hinweise in den Medien.
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