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Stendal plant nachhaltige Wärmeversorgung

Kommunale Wärmeplanung soll bis März 2026 Entwurf für klimafreundliche Lösungen wie Fernwärme und Wärmepumpen liefern

Von Redaktion Stendal

Die Hansestadt Stendal treibt ihre kommunale Wärmeplanung voran und informierte am vergangenen Montag Bürgerinnen und Bürger über den aktuellen Stand des Projekts. Im Musikforum Katharinenkirche erläuterten Expertinnen und Experten die Ziele und den Ablauf der Kommunalen Wärmeplanung (KWP), deren Entwurf bereits im März 2026 – und damit deutlich vor der gesetzlichen Frist – vorliegen soll.

Klimaschutz als Leitmotiv

Oberbürgermeister Bastian Sieler eröffnete die Veranstaltung mit einem klaren Ziel: Deutschland soll bis 2045 weitgehend klimaneutral werden. Die Wärmewende, also der Umstieg auf erneuerbare Energien für die Wärmeversorgung, ist dabei ein zentraler Baustein. Sieler betonte, dass die Hansestadt mit der KWP „die Grundlage für massive Investitionen schafft und den Bürger*innen Orientierung bietet“.

Zwischen fossilen Energien und neuen Chancen

Sibylle Paetow von der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt (LENA) zeigte auf, dass Sachsen-Anhalt aktuell noch stark auf Gas und Öl angewiesen ist. Dennoch seien durch bestehende Biogasanlagen und Nahwärmenetze bereits gute Voraussetzungen vorhanden. Die KWP gilt als Schlüssel zu mehr Preisstabilität und bietet die Chance, lokale Ressourcen wie industrielle Abwärme stärker zu nutzen.

Anna Betz vom Unternehmen aconium räumte mit einem verbreiteten Missverständnis auf: Der Wärmeplan sei keine verbindliche Vorgabe, sondern zeige auf, „wie es werden kann“. Für Stadtteile werden strategische Empfehlungen gegeben, jedoch keine individuellen Lösungen für jedes einzelne Haus.

Technische Einblicke bot Thorsten Helmig vom Unternehmen digikoo. Die Analyse stützt sich auf Daten von Stadtwerke Stendal, der Avacon sowie anonymisierte Informationen aus dem Zensus 2022. Um den Datenschutz zu garantieren, werden sogenannte Baublöcke genutzt, die stets mindestens fünf Gebäude zusammenfassen.

Status Quo: Herausforderungen und Potenziale in Stendal

  • Wärmeerzeugung: Gas ist nach wie vor der dominierende Energieträger, gefolgt von Öl und Fernwärme.
  • Strommix: 77 % des Stroms stammen bereits aus erneuerbaren Energien.
  • Fernwärme: Die Fernwärme wird bisher noch zu 100 % fossil erzeugt; hier besteht großes Transformationspotenzial.
  • Effiziente Lösungen: Die Wärmepumpe wurde von Expertinnen und Experten als die derzeit effizienteste Methode hervorgehoben, da sie aus einer Einheit Energie das Drei- bis Vierfache an Wärme gewinnen kann.
  • Weitere Schritte und Bürgerbeteiligung

    Der Entwurf des Wärmeplans für Stendal wird voraussichtlich im März 2026 fertiggestellt. Anschließend folgt eine 30-tägige öffentliche Auslegung. In dieser Zeit können Bürgerinnen und Bürger den Plan einsehen und sich informieren. Alle fünf Jahre wird der Plan aktualisiert, um auf neue technologische Entwicklungen reagieren zu können.

    Während der Veranstaltung standen Thementische zur Verfügung, an denen Vertreterinnen und Vertreter von LENA, der Verbraucherzentrale und der beteiligten Planungsbüros individuelle Beratungen angeboten haben.

    Weitere Informationen und Kontakt

    Details zur Kommunalen Wärmeplanung in Stendalhttps://serviceportal.stendal.de/de/kommunale-waermeplanung.html

    Bilder zur Veranstaltunghttps://rs.stendal.de/?c=11063&k=8eb9969685

    Für weitere Hinweise und Informationen steht das Team der Stadtverwaltung Stendal zur Verfügung.

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