Halberstadt erinnert an Bombardierung vor 80 Jahren
Über 250 Teilnehmer ehren Opfer mit Glockengeläut, Reden und Gedenkkonzert

Zum 80. Jahrestag der Zerstörung der Stadt Halberstadt haben sich über 250 Bürgerinnen und Bürger an der Ruine der Franzosenkirche versammelt. Mit dem Glockengeläut aller Halberstädter Kirchen wurde an den Beginn der Bombardierung am 8. April 1945 erinnert. Die Veranstaltung setzte damit ein starkes Zeichen des Gedenkens und der Verbundenheit mit der Geschichte der Stadt.
Erinnerung an das Leid und die Hoffnung auf Frieden
Staatssekretär Klaus Zimmermann, der als Vertreter der Landesregierung die Anwesenden begrüßte, erinnerte in seiner Ansprache an die schrecklichen Ereignisse des 8. April 1945. Seine Worte würdigten die Opfer und zeigten zugleich die Bedeutung des Erinnerns für die heutige Zeit auf.
Ein zentraler Moment war die von Moritz Bense vorgetragene Rezitation des „Halberstädter Requiems“ von Georg Faulhaber. Die eindrucksvolle musikalische Gestaltung durch ein Bläserquartett des Harztheaters verlieh der Veranstaltung einen würdevollen Rahmen.
Gäste aus mehreren Generationen und internationales Gedenken
Als besondere Ehrengäste erwiesen Nachfahren der Opfer des Konzentrationslagers der Veranstaltung ihre Anerkennung. Marcin Stankiewicz, ein Vertreter dieser Generation, richtete persönliche Worte an die Versammlung, die von Dr. Gero Fedtke, Leiter der Gedenkstätte, übersetzt wurden. Das internationale Gedenken unterstreicht die Reichweite und Bedeutung der Ereignisse weit über Halberstadt hinaus.
Staatssekretär Zimmermann zitierte zudem aus einem Brief von Dagmar Ortmann. Sie selbst erlebte als Kind das Geschehen im Jahr 1945 und war später am Wiederaufbau beteiligt. Ihre Erinnerungen verdeutlichen, wie sehr die Erlebnisse von damals im kollektiven Gedächtnis der Stadt nachwirken.
Ein Zeichen für den Frieden
Am Ende der Gedenkveranstaltung stiegen weiße Friedenstauben in den Himmel empor. Sie symbolisierten Zimmermanns Wunsch nach weltweitem Frieden, den er in seiner Rede formulierte. Die kraftvolle Geste bildete einen emotionalen Schlusspunkt der Zusammenkunft.
Abendliches Gedenkkonzert im Großen Ratssaal
Den Abschluss des Tages bildete ein Gedenkkonzert im Großen Ratssaal, ausgerichtet anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung des KZ Langenstein-Zwieberge. Das Muthesius-Ensemble widmete sein Programm dem Leitgedanken „Sei würdig, den Namen Mensch zu tragen“, ein Satz von Anita Lasker-Wallfisch, Mitglied des Mädchenorchesters Auschwitz.
Das Konzert schlug einen Bogen von der Erinnerung an die Opfer zu einer Mahnung für Menschenwürde und Menschlichkeit.
Oberbürgermeister Daniel Szarata hielt während der Gedenkveranstaltung eine Rede und betonte die Bedeutung kontinuierlicher Erinnerungskultur in Halberstadt.
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